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Interview mit Jürgen van Schöll, WTK Geschäftsführer, zu den Heringstagen 2010

Frage: Herr van Schöll, Sie haben die Kappelner Heringstage – allgemein auch Kappelns 5. Jahreszeit genannt - erstmals alleinverantwortlich veranstaltet. Wie fühlen Sie sich nach getaner Tat? Jürgen van Schöll: „Ich starte in die Folgewoche nach den Heringstagen mit einem sehr guten Gefühl. Der gesamte Aufwand für diese Großveranstaltung hat sich gelohnt – die Besucherzahlen entsprachen meinen Vorstellungen und die gefühlte Resonanz und Rückmeldungen der Schausteller und Markthändler ist positiv.“

Frage: Gab es Vorkommnisse, die Sie bewogen haben, künftig etwas anders zu machen? Jürgen van Schöll: „Starke Probleme bereiten uns die großen Ansammlungen Jugendlicher am Donnerstag, dem ersten Tag der Heringstage. Hier trafen sich in diesem Jahr ca. 600 Personen im Südhafen, ausschließlich um ein großes „Trinkgelage“ zu veranstalten. Kontrollen bei extrem jungen Jugendlichen ergab, dass hier einige von weit her anreisten, um ausschließlich an diesem „Trinkgelage“ teilzunehmen. Wir mussten in diesem Jahr mehreren Jugendlichen einen „Platzverweis“ erteilen und einige landeten zur Ausnüchterung in Obhut der Rettungskräfte.“

Frage:. Bürgervorsteher Jürgen Seemann hatte bei der Eröffnungsveranstaltung mit Blick auf die Wikingertage in Schleswig ein gemeinsames Konzept für die Region gefordert. Könnten Sie sich eine derartige Zusammenarbeit vorstellen? Und wie würde die aussehen? Antwort: „Gerade das Thema Wikinger habe ich bei einer Pressekonferenz für die Wikinger-Tage 2010 für Kappeln aufgegriffen und die Idee eingebracht bei der Eröffnungsveranstaltung der Heringstage die „Wikinger“ in Kappeln zu begrüßen. Ich halte diese Marketinginitiative für die Region Schlei für ausbaufähig. So wollte ich das Thema „Wikinger“ für Kappeln intensiver aufzugreifen und am „Tag der Schleidörfer“ einbinden. Leider ist diese Veranstaltung jedoch mangels Teilnahme der umliegenden Gemeinden nicht zum Tragen gekommen.“

Frage: Obwohl die Heringstage 2010 nicht von der Sonne verwöhnt wurden, kamen viele Menschen zu diesem Event. Das war an den vollen Parkplätzen erkennbar. Sind die Heringstage ein Selbstgänger oder muss weiter am Image oder am inhaltlichen Konzept gearbeitet werden? Antwort: „Wir können uns auf den erreichten Erfolgen nicht ausruhen und ein Selbstgänger sind die Heringstage nicht. Sicherlich können sich einige noch gut daran erinnern, dass die Heringstage im Jahr 2008 starker Kritik unterworfen waren und die schlechten Besucherzahlen einen Beweis ablieferten.“

Frage: Haben Sie Rückmeldungen von Anbieter- oder Besucherseite, die sie veröffentlichen möchten? Antwort: „Auf dieses Thema möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt gerne zurückkommen, da die Fachhochschule Heide eine Umfrage unter den Besuchern durchgeführt hat. Auf dieses Ergebnis bin ich sehr gespannt und es wird Anhaltepunkte liefern, was wir für die Besucher noch besser machen können. Unter den Anbietern wird ebenfalls eine Frageaktion gestartet, die es uns ermöglicht, auf Wünsche und Anregungen einzugehen.“

Frage: Lässt sich Ellenberg in ein künftiges Heringstagekonzept mit einbinden? Antwort: „Es ist eine besondere Herausforderung „abseits“ liegende Veranstaltungspunkte einzubinden. Erstmals versuchen wir mit den alten Brückenkopf auf der Ellenberger Seite mit einem Angebot zu berücksichtigen. Den Erfolg müssen wir beobachten und weiter daran aufbauen.“ Frage: Wenn Sie ein Fazit der diesjährigen Heringstage so kurz nach Ende der Veranstaltung ziehen, wie sieht das aus? Antwort: „Eine gelungene Veranstaltung – die Stimmung war sehr gut und ich persönlich freue mich immer, wenn man so viele Menschen begeistern kann.“

Frage: Wie geht es weiter? Haben Sie schon Pläne für die 33. Kappelner Heringstage im nächsten Jahr? Antwort: „Es ist ja noch eine Weile bis dahin, aber in der Tat beschäftigt man sich damit und überlegt immer, welche Attraktionen man noch einbauen kann, die den finanziellen Rahmen nicht sprengen. Es darf nicht vergessen werden, dass uns dieses Stadtfest rund € 63.000 bis 65.000 kostet. Diese Summe muss mittels Standgebühren, Werbegebühren und Sponsorengeldern eingeworben werden – kein leichtes Unterfangen und immer wieder eine der größten Herausforderungen.“ Foto u. Interview: Barz

Feuerwerk der Heringstage 2010

Eines der Highlights der Kappelner Heringstage ist ohne jeden Zweifel das Feuerwerk. Und seitdem die Veranstalter es vom Abschlusstag auf den Freitagabend vorverlegt haben, ist das Zuschauer-Interesse deutlich angestiegen. Auch zum diesjährigen großen Feuerwerk kamen wieder Tausende, um das Spektakel am nächtlichen Himmel über der Schlei zu erleben. Entsprechend eng ging es wieder einmal am Schleiufer und auf der Brücke zu. Nach 15 Minuten war dann leider alles vorbei. Und vielen der Besucher mag es angesichts der bunten Vergänglichkeit am Himmel so ergangen sein, wie Dr. Faust, den Goethe im Teil II sagen lässt: „Zum Augenblicke dürft ich sagen, verweile doch du bist so schön…“ Aber die Freude des Feuerwerks dürfen sich freuen. Im nächsten Jahr steht es sicher wieder auf dem Programm.

Willkommen zu den Heringstagen 2010

Die fünfte Jahreszeit hat Kappeln erreicht – die Rapsfelder blühen und die Heringe tummeln sich zahlreich in der Schlei. Zeit für die alljährlichen Heringstage, die Jung und Alt zum Staunen und Miterleben einladen.

Auch dieses Jahr werden Ihnen abwechslungsreiche Unterhaltungsmöglichkeiten unvergessliche Tage an der Schlei geboten.

Die Mischung aus Kultur, Unterhaltung und Atmosphäre hat für jede Geschmacksrichtung etwas dabei. Neben den unterschiedlichsten Darbietungen durch Künstler und Musiker aus dem In- und Ausland oder der Marine, kommen auch die Kleinen nicht zu kurz. Es bieten sich viele Gelegenheiten für die Kinder aktiv an den Heringstagen teilzunehmen.

Informieren Sie sich über unsere Heringstage im nachfolgenden Rückblick!

 

Aktuelle Fotos der 32. Heringstage finden Sie hier: Bildergalerie

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